Reisebericht:

Tag 1. Hamburg - Start

 

Nach einem nicht zu langem Vorabend sind wir zeitig zusammen mit Team Rheinland vom Hostel losgekommen und pünktlich am Start gewesen.

Auf dem Weg haben wir noch den Ersatzkanister gefüllt. Leider stellte sich heraus, dass der Deckel undicht war, wodurch wir ihn kurz  nach dem Start bei Obi gegen einen neuen getauscht haben.

Der Start verlief reibungslos. Leider haben wir uns schnell einen Steinschlag an der Frontscheibe eingefangen :(

Die Fahrt ging zunächst über die A7 (am ersten und letzten Tag sind Autobahnen erlaubt) Richtung Norden, um zu den Brücken nach Dänemark zu kommen.

Hinter der ersten Brücke haben wir uns auch schon für die erste Tages-Challenge mit Strand-Sand aus Dänemark und Wasser aus der baltischen See versorgt. Die Aufgabe (Wikinger-Taufe) bestand darin den besagten Sand, das Wasser, sowie "Wind des Ozeans" und ein Stück Holz aus Schweden zu sammeln. Diese vier Artefakte mussten auf dem Rücken um einen Steinkreis am südlichen Zipfel Schwedens (Ales Stenar) auf allen Vieren getragen werden. Dies haben wir natürlich mit Bravour bestanden (siehe Foto "SAC Track").

Nach der Taufe sind wir noch etwa eine Stunde am Meer entlang Richtung Norden, um einen geeigneten Ort für die Nacht zu finden. Der erste Lagerplatz war direkt am Meer und alles Equipment war in kürzester Zeit aufgebaut. 

Leider haben wir festgestellt, dass die hinteren Reifen enorm auf der Innenseite abgefahren waren, weswegen wir diese am nächsten Morgen tauschen mussten. Im Laufe der Fahrt kam ein immer lauter werdendes Geräusch von der Hinterachse, was sich dadurch erklären ließe.

Hofften wir...

Tag 2. Skillinge - Lindesberg

 

Am Morgen wurde alles abgebaut und in den Autos verstaut. Kurz vor dem Aufbruch, kam eine nette Dame auf uns zu, um zu fragen was wir tun. Sie ist Schwedin, aber in Hamburg geboren. Nach einem sehr netten Gespräch, hat die Dame im Laufe des Tages jedem Team 10 € für "die Arche" gespendet. 

Das ganze Einpacken und sortieren hat etwas gedauert, wodurch wir erst gegen 9:45h losgefahren sind.

Die Tages-Challenge führte uns nördlich, Richtung Gränna und Ödeshög am Vätternsee. Dort galt es ein Expeditionsmuseum und einen Findling an der höchsten Stelle der Gegend zu finden. Auch dies konnten wir schaffen. Den Findling zu finden war jedoch nicht so einfach, weswegen wir erst gegen 22:45h unser Camp aufschlagen konnten. Dementsprechend war der Abend auch nicht mehr so lange. Leider mussten wir feststellen, dass das am Vortag aufgetretene Geräusch durch den Reifenwechsel NICHT beseitigt war. Das Geräusch besteht vornehmlich aus einem Brummen von der Hinterachse, welches je nach Geschwindigkeit lauter wird. Die Vermutung fällt auf eins der Radlager.

Da wir sehr spät im Camp waren, sind wir nicht mehr dazu gekommen nachzusehen, ob es das wirklich ist. Wir hofften dies am kommenden Tag zu schaffen.

Tag 3. Lindesberg - Östersund

 

Nachdem wir den Blog nun für die letzten beiden Tage auf Stand bringen konnten, geht es nun quasi "live" weiter. Wir sind um 8:10h losgekommen und haben eine recht lange Strecke vor uns. Stefan pilotiert, Andi schläft und Sebi schreibt am Blog und Navigiert. Dies gibt uns Gelegenheit ein wenig unseres Alltags bis jetzt zu schildern. Im Auto sind 2 Actioncams vorhanden. Eine "filmt" in Zeitraffer nach vorne, die andere wird für spontane Aufnahmen und ein Videotagebuch (welches wir gerade updaten) verwendet. Auf den Landstraßen rollt unser Bronco mit Ökonomischen 12-13 Litern/100km. Das Auf- und Abbauen des Lagers klappt immer besser und der Wagen wird immer optimaler gepackt, wodurch wir die Räume noch besser nutzen und die Rückbank nicht so sehr vollpacken, dass man hinten noch sehr komfortabel sitzen kann.

Zurück zur heutigen Aufgabe: In Öresund gibt es den fünftgrößten See in Schweden, in dem ein Seeungeheuer (Nessis Zwillingsungeheuer) leben soll. Aufgabe am heutigen Tag ist es dorthin zu fahren und vom Dach des Rallye-Autos zu angeln. Einen Fisch zu fangen. Diesen über einem selbstgemachten Feuer zu Räuchern und zu essen. Sollte man keinen Fisch fangen, soll man ein Foto von sich und dem eben genannten Seeungeheuer machen. 

Auf dem Weg versuchen wir uns noch neue Reifen aufzutreiben und am Abend müssen wir uns unbedingt die Radlager ansehen. Das Geräusch ist extrem nervtötend und im schlimmsten Falle kann die Hinterachse blockieren. Das Motto "Fährste quer, siehste mehr" ist zwar immer beliebt und gewollt, allerdings ist es in unserem Fall etwas unpraktisch, wenn man vollbeladen bei 100 einen unkontrollierbaren Drift hinlegt. Wenn wir das Radlager als Ursache feststellen können, müssen wir irgendwie an Ersatz kommen. Unser Schrauberkumpel zu Hause hat schon angeboten per express die notwendigen Teile irgendwo hinzuschicken.

Hoffen wir mal das Beste bis heute Abend und sehen, was tatsächlich die Ursache ist.

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Tag 3 - Teil 2 und Tag 4

Tag 3. Teil 2

 

Auf dem Weg nach Öresund haben wir im Ort Borlänge einen Reifenhändler gefunden, der uns für günstiges Geld einen gebrauchten Satz Hinterreifen aufgezogen hat. Direkt gegenüber gab es einen Autoteilehandel namens Meca, was hier in Schweden eine Kette zu sein scheint. Dort haben wir nach einem Radlager für hinten gefragt. Leider hatten sie keins vorrätig, allerdings konnten sie dort im System checken, ob eine Filiale unterwegs eins hat und tatsächlich gab es eins direkt auf dem Weg in Meca. Dort haben wir ein einzelnes bekommen und direkt ein weiteres in die Filiale nach Östersund bestellt, welches wir am frühen Morgen des nächsten Tages abholen können. Zwischen Meca und Öresund fuhren wir durch idyllische Landschaften mit wunderschönen Wäldern und Seen. Inmitten dieser Idylle gingen auf einmal die ABS uns DSC Kontrollleuchten an und der Tacho zeigte maximal 70 km/h an, auch als wir den Wagen auf weit über 130 km/h beschleunigten. So kann man zwar gut Strecke machen, allerdings könnte es dann doch auch ärger geben. Nachdem der Tacho komplett ausgefallen war, haben wir mal angehalten um die Sicherungen zu prüfen. Dabei haben wir auch noch einmal auf die Reifen geschaut und diese waren schon wieder auf der Innenseite so weit runtergefahren, dass die Drähte hervortraten. Ab da hat sich unser Partnerteam (Team Rheinland) an die Spitze gesetzt. Durch das Hinterherfahren konnten wir somit nicht zu schnell fahren. In Östersund am Campingplatz angekommen haben wir zunächst unser Lager aufgeschlagen und uns um die Tagesaufgabe gekümmert. Diese bestand darin einen Fisch zu fangen, ein Feuer zu machen, den Fisch über dem Feuer zu räuchern und anschließend zu essen. Alternativ gab es die Möglichkeit ein Foto davon zu machen, wie man das Seeungeheuer "Storsjöodjuret" fängt. Dieses soll in dem See, an dem Östersund liegt wohnen. Es lief natürlich auf die Alternative raus, da leider kein Fisch gebissen hat. Es gesellten sich noch andere Teams zu uns und es wurde noch ein feucht-fröhlicher Abend.

 

Tag 4. Immer noch Östersund

 

Der Tag startete zäh, da wir vor der Norwegischen Grenze noch möglichst viel Bier am Abend vorher vernichten wollten. Gegen 8 Uhr Morgens nach dem Frühstück haben Stefan und Sebi sich auf den Weg zum Autoteilehandel gemacht. Dort angekommen kam ein Mechaniker (Mats-Uwe) der angrenzenden Werkstatt auf uns zu. Dieser hatte anhand unserer Beklebung erkannt, dass wir am BSC teilnehmen. Er hatte im Vorjahr einem anderen Team aus Homburg bei einem Autoproblem geholfen. Wir schilderten unsere Probleme und frugen, ob er unseren Bronco nicht mal auf die Bühne heben könnte, um die Radlager zu prüfen. Dies hat er sofort gemacht und stellte tatsächlich einen Schaden am Radlager fest. Ebenfalls war ein Lager am Querlenker defekt, was ebenfalls Ursache für den hohen Reifenverschleiß war. Wir fragten sofort, ob er uns bei der Reparatur behilflich sein könnte, was er bejahte, jedoch konnte er erst ab 14 Uhr den Wagen annehmen. Mit dieser guten Nachricht sind Stefan und Sebi zurück zum Campingplatz gefahren. Dort konnte in aller Ruhe noch geduscht werden. Auch die Angeln wurden noch einmal ins Wasser gehalten. Leider wieder ohne Erfolg. Natürlich fing es an, wie aus Eimern zu regnen, kurz bevor wir das Lager abgebaut haben. Im strömenden Regen wurde das Zelt abgebaut und alles eingepackt.

Um kurz vor 14 Uhr standen wir zusammen mit Team Rheinland wieder bei Mats-Uwe auf der Matte. Er war noch mit anderen Reparaturen beschäftigt, daher hatten wir Zeit uns um neue Reifen zu kümmern. Auch dabei war Mats-Uwe uns behilflich, indem er uns sagte, wo es Reifenhändler gibt und was noch viel unglaublicher war, hat er uns seinen Wagen zum Besorgen neuer Reifen geliehen. Also fuhren Stefan uns Sebi zunächst zur ersten Adresse, die Mats-Uwe ihnen genannt hatte. Dort gab es leider nur neue (und somit teure) Reifen. Man riet uns allerdings mal zum Schrottplatz zu fahren. Gesagt, getan. Sebi und Stefan fuhren also mit dem geliehenen Wagen zum ca. 5 km entfernten Schrottplatz. Dieser war enorm gut. Man zog eine Nummer, trug sein Anliegen vor und die Teile wurden einem gebracht. Zum Überbrücken der Wartezeit gab es eine Sitzecke mit Gratis Kaffee und freiem WLAN. In der nötigen Größe gab es nur noch einen 2er Satz Winterreifen. Ohne nachzudenken kauften wir diese, da sie als Ersatz dienen sollten und es uns somit egal war, ob Sommer- oder Winterreifen. Allerdings sind die Winter in Schweden anders, als in Deutschland. Somit waren die schwedischen Winterreifen mit Spikes ausgestattet. 

Stefan und Sebi also mit den verschlissenen und den Spike-Reifen zum ursprünglichen Reifenhändler, um die "neuen" Reifen aufziehen zu lassen. Dort war man allerdings sehr beschäftigt, wodurch wir alles daließen, um es später (nach etwa einer Stunde) fertig aufgezogen und gewuchtet abzuholen. Der Hunger trieb uns danach in ein Einkaufszentrum, um dort etwas zu essen. Auch ein Supermarkt wurde aufgesucht, um ein paar Snacks und Energydrinks zu kaufen. Der Plan war wenn der Wagen am Abend fertig wird, die Nacht durchzufahren, damit wir morgen die Fähre in Bodø zu den Lofoten nehmen können. Nach dem Einkauf gingen wir zurück zum Reifenhändler, um die Reifen abzuholen - Riesen Schock, hatte geschlossen. Nach diversen Anrufen konnte Sebi erreichen, dass noch einmal ein Mitarbeiter zurückkommt, um uns die Reifen noch zu geben. Beim Blick durchs Fenster waren die Reifen nämlich fertig zu sehen. Nach etwa einer halben Stunde kam also ein Mitarbeiter zurück und händigte uns die Reifen aus. Mit den Reifen zurück bei Mats-Uwe dachten wir, dass wir diese bald aufs Dach schnallen könnten und losfahren, allerdings gab es nach so vielen Glanzleistungen und Glück dann doch die erste negative Nachricht: Das Auto wird nicht fertig. Zwar bekommt er die neuen Lager hin, aber das Vermessen und Einstellen der Spur ist nicht  mehr möglich. Dies müsse ein Kollege am folgenden Tag tun. Nach dieser schlechten Nachricht haben wir Team Rheinland losgeschickt. Durch diese Verzögerung schaffen wir es nicht mehr zum morgigen Checkpoint auf die Lofoten und bloß weil wir ein Problem haben, sollen die anderen nicht diese wunderschönen Inseln verpassen. Spätestens am Nordkap werden wir uns wieder treffen. Nachdem wir uns von Team Rheinland verabschiedet haben, sind wir in die Werkstatt, um Mats-Uwe zu unterstützen. Beim Entfernen der Radlager bot sich uns ein Bild des Schreckens. Das linke war total zerstört. Wir können froh sein, dass es uns nicht bei voller Fahrt blockiert ist. Als Mats-Uwe unsere "neuen" Reifen gesehen hat, meinte er dass das Fahren mit Spikes im Sommer verboten ist und zeigte uns, wie man die Spikes mittels einer Spaxschraube, welche in einen Akkuschrauber gespannt wird, die Spikes "aus dem Reifen bohren" kann. Durch das Entfernen der Spikes können wir nun die Reifen straffrei benutzen.

Gegen 21 Uhr sind wir fertig geworden. Damit der Kollege die Spur zügig einstellen kann, bleibt unser Bronco in der Werkstatt. Mats-Uwe hat uns seinen Wagen geliehen, damit wir in ein Hotel kommen. Wir haben uns für ein Hotel entschieden, da wir sonst alles hätten umpacken müssen. Nun liegen wir im Hotel, updaten unseren Blog und gucken das Spanien-Kroatien Spiel. Je nachdem wie wir die kommenden Tage online sind, werden wir euch weiter auf dem Laufenden halten. Gute Nacht! Euer Strickclub Rallye Team.

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Tag 5. - 7.

Tag 5. Österund - Gymsoya (Lofoten)

 

Um 9:00 Uhr haben wir aus unserem Hotel Mats-Uwe angerufen. Er sagte, dass unser Bronco in einer Stunde zum Abholen bereit sei. Nach einem reichhaltigen Frühstück sind wir mit Mats-Uwes Auto zurück in die Werkstatt gefahren, wo in dem Moment die Sensoren zum Einstellen des Fahrwerks montiert waren, abgenommen wurden. Wir haben den Jungs noch ein paar Bier und ein kleines Trinkgeld da gelassen. Gegen 10:30 haben wir uns dann auf den Weg zu den Lofoten gemacht. Die Strecke betrug zwischen 800 und 1400 Kilometer. Es kam etwas darauf an, wie schnell wir vorwärts kommen und ob wir dann noch eine der 3 Fähren bekommen würden, oder ob wir außen rumfahren müssten. Nach dem Volltanken haben wir das Gaspedal durchs Bodenblech gedrückt und sind bis auf 2 Tankstopps und einem kurzen Halt am Polarkreis so schnell es ging durchgefahren. Das Erfreuliche war, dass das laute Geräusch weg war und der Tacho, sowie die Fahrhilfen wieder funktionierten. Diese Freude wurde etwas getrübt, da wir durch das schnelle fahren die unglaublich schöne Landschaft nur im Schnelldurchgang genießen konnten. Wir können nur JEDEM raten einmal diesen Teil Skandinaviens zu besuchen und sich selbst ein Bild zu machen. Je nördlicher wir kamen, desto höher wurden die Berge. Etwa 100 km vor der Norwegischen Grenze waren diese auch mit Schnee bedeckt. Gegen 22:10 waren wir in Skatvik, wo eine Fähre nach Svolvaer auf die Lofoten um 23:30h übersetzen sollte. Dort haben wir dann auch wieder unser Partnerteam getroffen. Um die Wartezeit etwas zu überbrücken hat Sebi erfolgreich vorgeführt, wie man Krebse fängt. Dies fand im Hellen statt, da die Sonne zu dieser Jahreszeit schließlich gar nicht mehr untergeht. Mit etwa einer halben Stunde Verspätung kam die Fähre und machte sich auch direkt auf den Weg. Die Fahrt dauerte etwa 2 Stunden, in denen sich beide Teams etwas ausruhen konnten, da es schließlich schon mitten in der Nacht war. Das Vibrieren der Hauptmaschine des Schiffs und leichter Seegang machte das Schlafen sehr angenehm. Nach der Ankunft in Svolvaer mussten wir noch eine Strecke von fast 40 km zurücklegen, um an den finalen Ort des ersten gemeinsamen Treffpunkts zu gelangen. Gegen 3:00 h nachts kamen wir an und bauten unser Lager auf, dass wir gegen 4:00 h in unseren Kojen lagen.

 

Tag 6. Gymsoya - Skibotn

 

Der Tag startete um 9:00 h. Es wurde erst gemütlich gefrühstückt. Wir saßen mit Team Rheinland zusammen im Vorzelt unserer "Mondbasis", da es sehr windig war. Zum Glück kam noch ein bisschen die Sonne raus, dass wir unser von Tag 4 noch nasses Zelt nun trocken einpacken konnten. Nach dem Packen und Abbauen sind wir noch mal an den Strand, um ein paar Fotos zu machen. Durch unseren Zeitverlust haben wir beschlossen die Tagesaufgaben nicht mehr so ernst zu nehmen, weil wir durch die Verzögerung schon einige Punkte nicht mehr holen konnten. Trotzdem packte Sebi noch mal der Ehrgeiz und öffnete eine Dose des in Nord-Schweden beliebten Dosenfischs "Surströmming". Dieser riecht in der Tat bestialisch. Tagesaufgabe von Tag 4 war eigentlich so eine Dose geöffnet für 200 km in seinem Auto zu transportieren. Nachdem Stefan und Andi jedoch meuterten und den Fisch auf keinen Fall geöffnet ins Auto nehmen wollten, wurde auch diese Aufgabe verworfen. Der Weg von den Lofoten zurück aufs Festland war auch wieder unbeschreiblich von der Landschaft her. Berge, Schnee, Wälder, Fjorde, Seen, Wildlife... Es kam einem wie ein Mix aus der Szenerie von 'Game of Thrones' und 'Herr der Ringe' vor. Leider war das Wetter eher bescheiden mit starker Bewölkung und etwas Regen. Nach dem Erreichen des Festlandes wurde das Wetter immer besser. Auf dem Weg Richtung Nordkap haben wir ein weiteres Team (Team Eddy, die mit einem Audi 100 Avant unterwegs sind) angetriggert. Team Eddy hat sich in Östersund auf dem Campingplatz neben uns aufgebaut und weil es geregnet hat, haben wir und Team Rheinland die beiden (Laura und Korbi) unter unseren Pavillon gebeten. Dabei haben wir festgestellt, dass die beiden wirklich nette Menschen sind. Die beiden sind schon früh aus Gymsoya gestartet und haben einen wunderschönen Platz zum Nächtigen gefunden. Dort haben wir uns dieses Mal dazu gesellt. Über einen kleinen Schotter-Waldweg gelangte man an eine kleine Lichtung zwischen Kiefern. Der Boden war von Moos und Blaubeeren bedeckt. In einer Feuerstelle hatte Korbi schon ein Feuer gemacht und im Hintergrund sah man die mit Schnee bedeckten Berge, die uns umringten. Auch der Fjord war nur wenige Meter entfernt. Nach unserer Ankunft gegen 20:00h haben wir unser Lager zu den beiden aufgeschlagen und zunächst mal den Grill angefeuert. Nach einem leckeren Abendessen sind wir mit der Angelausrüstung bewaffnet noch runter an den Fjord gegangen. Dort haben wir zunächst noch eine von unseren (vollen) Gas Dosen gesprengt, indem wir diese in die restliche Glut des Grillt gelegt haben. Ein lauter Knall. Eine fliegende Dose und ein schwer zerbeulter Grill war das Ergebnis. Außerdem haben wir Jungs uns darüber köstlich amüsiert. Nach dem Aufräumen der "Trümmer" sind wir ein paar Schritte weiter zum Hafen gelaufen und haben dort die Angeln ausgeworfen. Nach dem dritten Wurf hatte Sebi den ersten Biss von einer ca. 35 cm großen Makrele. Diese wurde behalten. Auch Stefan und Andi hatten Glück. Beide haben noch insgesamt 3 Fische beigesteuert. Auch Laura und Korbi hatten Glück. Als wir gegen 2:30 h das Angeln beendeten (dass es nicht dunkel wird, gibt einem Kraft) hatten wir 6 Fische, die wir uns noch in der Nacht großartig zubereitet haben. Gefüllt mit Kräuterbutter wurden sie in Alufolie eingewickelt und FANGFRISCH auf den Grill gelegt. Ein Genuss am Lagerfeuer!! Zum "nächtlichen" Snack, wie auch schon zum Angeln gab es einiges an Bier. :D. Gegen 4:00h wurde der Abend beendet und alle gingen ins Bett.

 

Tag 7. Skibotn - Nordkap

 

Vor 9:00 h hat Sebi seinen Strickclub aus den Federn gescheucht, weil es auch anfing zu regnen. In der Mondbasis gab es Frühstück für alle. Nach dem Abbauen des Camps ging es gegen 11:00h los Richtung Nordkap. Entlang wunderschöner Fjorde zwischen mit Schneebedeckten Bergen. Vorbei an endlosen Wasserfällen und dutzenden "Vorsicht Elche-Schildern" (leider haben wir bisher keinen Elch gesehen. Dafür dutzende Rentiere)  Bis auf diese wunderschönen Eindrücke, woran man sich einfach nicht satt sehen kann war die Fahrt recht unspektakulär, bis es auf die letzten 150 km zuging. Unser Bronco ist traumhaft auf den Küstenstraßen zu fahren und durch die relativ gute Motorleistung ging es immer gut vorwärts. Auf dem Weg haben wir mit unserem, mittlerweile auf 3 Fahrzeuge gewachsenen Konvoi, bestimmt 10 andere Teilnehmer überholt. Die letzten 20 km zum Nordkap waren eher anstrengend. Durch starken Regen und Nebel (bzw. extrem tiefe Wolken) war die Sicht sehr schlecht, was das Fahren sehr anstrengend machte. Gegen 20:00h sind wir am Nordkap angekommen und es regnete in Strömen. Zudem war es relativ kalt (8°C) und es ging ein starker Wind. Auf dem Weg vom Parkplatz zu der Weltkugel wurden unsere Hosen, sowie Schuhe komplett durchnässt. Trotzdem konnten wir einige Fotos von uns an der Weltkugel machen. Die Rückfahrt traten wir dann sehr gelassen an. Auf Grund des starken Windes und Regens, haben sich alle 3 Teams geeinigt eine Hütte oder etwas anderes, trockenes zu mieten. Wir das letzte Zimmer in einem Hostel bekommen. Dies zu erstehen war auch wieder eine wahre Challenge. Kurz vor unserem Eintreffen checkte ein anderes Team der Rallye ein. Als wir um zwei Doppelzimmer und einem Dreierzimmer fragten, machte die nette Dame am Check in ein entsetztes Gesicht. Das einzige freie Zimmer war ein 6er Zimmer. Wir waren allerdings 7 Personen. Nach kurzer Absprache mit Team Rheinland und Team Eddy, einigten wir uns darauf das 6er Zimmer zu nehmen und einen auf die Couch auszulagern. Die Dame am Check in entschuldigte sich und meinte, dass sie einen Fehler gemacht hat, weil bei dem Zimmer die Couch nicht ausziehbar sei. Allerdings hat das Team, das vor uns eingecheckt hat auch ein 6r Zimmer mit funktionierender Couch. Unser furchtloser Anführer Sebi erfragte also die Zimmernummer des anderen Teams und machte sich auf dem Weg, um einen Zimmer tausch zu arrangieren. Das andere Team hat sich darauf eingelassen, da sie keine ausklappbare Couch benötigen. Somit war das Zimmer Problem auch gelöst. Zum Abendessen wurde Pizza bestellt und nach einer heißen Dusche und wirklich leckeren Pizza, freuen sich nun alle die Augen zu machen zu können und sich eine Mütze voll Schlaf zu gönnen. Gute Nacht und bis bald. :D

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Tag 8. - 10.

Tag 8. Nordkap - Murmansk

 

Um 8:00 h klingelte der Sebi. Die ganze Mannschaft (bestehend aus Team Rheinland, Team Eddy und dem Strickclub Rallye Team) war guter Dinge, da die Nacht sehr bequem war in einem richtigen Bett und nach einer heißen Dusche, sowie gutem Essen konnte der Tag beginnen. Im Hostel gab es noch ein tolles Frühstück und gegen 10:00h waren wir abfahrbereit. Der Plan war es nicht an der Küste entlang Richtung Kirkenes zu fahren, sondern über Kaamanen, damit wir Finnland noch mitnehmen konnten und wirklich alle 10 Länder besucht zu haben. Leider haben unsere neuen Freunde von Team Eddy kein Russland Visum, weswegen sich unsere Wege kurz hinter Kaamanen trennen mussten und nur noch der Strickclub mit Team Rheinland wieder Richtung Nordosten nach Kirkenes zu fahren. Team Eddy werden wir in Talin wiedertreffen. Die fahren durch Finnland Richtung Süden. 

Die Fahrt durch Finnland war wieder ein Traum. Wie sich die Straßen durch diese atemberaubenden Landschafen schlängeln. Vorbei an endlos vielen Seen mit klarstem Wasser. Auf halber Strecke nach Kirkenes ist ein Rentier genau vor uns über die Straße gelaufen, das wir einen guten Blick auf die Größe dieses anmutigen Tiers werfen konnten. 

In Kirkenes angekommen wollten wir vor unserer Fahrt durch Russland noch einmal einen neuen Hinterreifen kaufen, da der Linke sich immer noch enorm stark abnutzt. Leider hatten alle Geschäfte, die in Frage kämen schon geschlossen, somit haben wir uns entschlossen einfach so lange zu fahren, bis der Reifen aufgibt. Hierzu später mehr. Auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz, ist uns schnell aufgegangen, dass es sich nicht so einfach gestalten würde etwas Passendes zu finden. Wir haben ca. eine halbe Stunde, bis 19:30 h gesucht und überlegt, bis wir uns zum nächsten Schritt entschlossen haben. Die Grenze hat noch bis 21:00 h geöffnet - AUF NACH RUSSLAND! Gesagt, getan. Von Kirkenes befand sich die Grenze etwa 15 Minuten entfernt. Aus Norwegen auszureisen war einfach. Nach Russland einzureisen war schon etwas spannender. Die Passkontrolle ging einfach, allerdings mussten wir einen Zollantrag für unser Auto ausfüllen, in dem wir quasi versichern, dass wir das Auto nicht unverzollt hierlassen. Dieses Prozedere war dann nicht ganz so leicht, aber nach etwa 30 Minuten Zettel ausfüllen und kritische Blicke vom Zollbeamten gab es alle Stempel und wir durften mit unserem Auto in die Zollkontrolle fahren. Dort wurden wir ebenfalls ordentlich auseinandergenommen und als unser Biervorrat (in der Reserveradmulde) gefunden wurde, wurde es hektisch. Es wurden die Flaschen gezählt und gefragt, ob wir noch mehr dabei hätten. Es kamen nach und nach immer mehr Zollbeamte, jeder jeweils einen Rang höher, bis schließlich ein Herr kam und mit genervtem Winken irgendetwas seinen Kollegen auf Russisch zurief. Ich deute diesen Zuruf mal als "Gleich ist Feierabend, also lasst die Jungs doch fahren!!" Also beluden wir unseren Bronco wieder und setzten unser erstes Rad auf russischen Boden.

Zunächst ging es auf einer gut geteerten Straße entlang, bis auf einmal ein riesiger, mit der Dampfwalze verdichteter Schotterberg vor uns lag. Die Landstraße nach Murmansk, aber breit wie eine vierspurige Autobahn. Über diese Schotterpiste ging es für etwa 10 km im Schneckentempo. Der ein oder andere Russe kam mit seinem Lada in einem dermaßen hohen Tempo an uns vorbeigerauscht, dass wir uns nur vorstellen konnten demnächst ein Video auf Youtube einer russischen Dashcam sehen... Irgendwann hörte der Schotter auf und die Straße war nahezu perfekt zum befahren. Zwischendurch kamen noch ab und an kurze Stücke mit so einer Schotterpiste.

Zwischendurch kamen wir an einer alten Bergarbeiterstadt vorbei, die mit den hässlichsten Plattenbauten zugepflastert waren. Platte in Berlin ist verglichen dazu eine vornehme Wohngegend. Rundum lag alles brach, war dreckig und sah aus, wie Tschernobyls Geisterstadt. (Im Gegensatz zu Tschernobyl leben hier allerdings noch Menschen). An alle Leser aus dem Osten, die sich über Kohls Versprechen aufregen: Fahrt mal dahin und guckt es euch an! ALLES, was man in Deutschland findet, ist dagegen "blühende Landschaft!"

Bei einem kurzen Stopp für ein Foto dieses Elends, kamen noch zwei weitere Teams vorbei, die sich in unseren Konvoi einreihten. Unsere Idee war es, aus Sicherheitsgründen mit so vielen Leuten wie möglich an einem Ort zu übernachten.

Etwa 20 Minuten vor Muransk kam ein Geländewagen mit abgedunkelten Scheiben aus einer Stichstraße und fuhr hinter unserem Konvoi auch in unsere Richtung auf der Hauptstraße Richtung Murmansk. Nachdem er uns überholt hatte, fuhr er nicht davon. Als wir langsamer wurden, wurde auch er langsamer. Gaben wir Gas, fuhr auch er schneller. Als unser Konvoi dann 5 km vor Murmansk in eine Seitenstraße, Richtung "Camp" abbog, gingen direkt die Bremslichter an. Unser Konvoi fuhr runter an den Fluss in ein Hafengebiet, direkt auf der anderen Flussseite von Murmansk gelegen. Dort stellten wir uns mit allen 4 Fahrzeigen in einer Reihe auf und entzündeten ein Feuer in einem rostigen alten Ölfass. Ebenfalls holten wir unsere Essenssachen aus dem Auto, als schon der erste streunende Hund auftauchte. Nicht lange und ein zweiter und dritter Hund tauchte auf. Erst war es etwas unbehaglich, aber als man auf die Tiere zuging, wichen sie zurück. Daher sind wir von keiner Gefahr ausgegangen. Trotzdem haben wir nur Wasser heiß gemacht und unsere Instantsuppen zusammen mit einem kühlen Bier gegessen. Was uns etwas mehr Sorgen bereitete war, dass der Geländewagen mit den abgedunkelten Scheiben mit Schritttempo an unser "Camp" heranrollte... Er drehte, dass die Motorhaube auf uns zeigte und blieb dort erstmal stehen. Diverse Teammitglieder wurden nervös und meinten "auf keinen Fall bleibe ich heute Nacht hier!" Nach einer Weile öffnete sich die Beifahrertür und ein recht junger Mann stieg mit seiner Kamera aus und trat an die Autos heran. Mit großem Interesse begutachtete er unseren Bronco und Team Rheinlands Volvorine. Als wir mit ihm ins Gespräch kamen, stellte sich heraus, dass er gerade von einem Abendessen mit seiner Freundin kam und uns auf dem Heimweg gesehen hat. Das hat sein Interesse geweckt und er wollte sich informieren, was 4 Autos mit Rallye Aufklebern in Murmansk wollen. Sein Englisch war ganz in Ordnung und für alles, was er nicht verstand, oder nicht erklären konnte, gab es Hände und Füße. Er heißt Sergej und arbeitet in einer IT-Firma. Als wir Fotos mit ihm, uns und den Autos machen, kam nach kurzer Zeit  seine Freundin hinzu, die etwas schüchtern wirkte. Also "zwang" Andi sie in seiner frech/charmanten Art mit Sergej aufs Foto. Es wurden Informationen übereinander und die Rallye ausgetauscht. Dabei stellte sich heraus, dass die beiden wirklich nette Menschen sind. Wir fragten ihn danach, wo das Ziel unserer nächsten Tagesaufgabe liegt, was er uns mit großer Begeisterung (teilweise mit Händen und Füßen) erklärt hat. Sie fragten uns zum Abschied nach einem (1) deutschen Bier, dass sie ihrer Familie mitbringen könnten. Da wir quasi Botschafter unseres Landes sind und einen guten Eindruck hinterlassen wollten, haben wir von jedem Bier eine Flasche mitgegeben. Somit hatten die beiden insgesamt drei Flaschen deutsches und eine Dose holländisches Bier. Natürlich haben wir noch zwei Hände voll kleine HARIBO Tüten draufgelegt. Über unsere Geschenke haben sich die beiden sehr gefreut, was sich für uns im Nachhinein noch lohnen sollte. Dazu komme ich gleich.

Wegen der Hunde und dem etwas mulmigen Gefühls einiger Teammitglieder haben wir keine Zelte aufgeschlagen, sondern im Auto geschlafen, in dem wir uns einschließen konnten. (Immerhin konnten wir von "ich bleibe auf keinen Fall hier" zu "na gut, aber dann im Auto". Was zum größten Teil dem netten Auftreten von Sergej und seiner Freundin zu verdanken war.) Mit dem Eintritt nach Russland wird die Uhr eine Stunde vorgestellt, allerdings berichte ich nach Europäischer Zeit. Wir gingen gegen 2:30h ins Bett (bzw. Auto) und schliefen auch recht zügig ein. Gegen 4:00 h machte uns eine Stimme und Klopfen an unsere Scheibe wach. Wir hörten: "It's me, Sergej." Da standen doch tatsächlich Sergej und seine Freundin noch einmal bei uns am Auto. Sie hatten uns eine Straßenkarte von Murmansk mitgebracht, wo die Stelle für unsere nächste Challenge (Fotografiere den ersten Atomgetriebenen Eisbrecher) markiert war. Außerdem hatten die beiden uns ein T-Shirt und Tassen als Souveniers mitgebracht. Unglaublich, dass die beiden erstens auf die Idee gekommen sind und zweitens, dass die beiden extra dafür zu so einer späten Uhrzeit noch einmal zurückgekommen sind. Wir bedankten uns herzlich und die beiden gingen direkt wieder. Dann konnten wir den Rest der Nacht noch relativ gut schlafen.

 

Tag 9. Murmansk - Sokol

 

Da wir nur relativ gut (zu dritt) im Auto schlafen konnten, wachten wir vor 7:00 h auf. Es ist nie so ganz einfach das komplette Team Rheinland aus dem Bett zu bekommen, also kamen wir erst um kurz nach 8:00 h los zuerst zum Tanken (für ~35€ für 60 Liter Super) und dann in die Stadt. Dort fuhren wir geradewegs zur "Lenin". So heißt der erste Atombetriebene Eisbrecher. Ist schon ein eindrucksvolles Gefährt, aber wenn man überlegt, dass sich in dem Schiff radioaktive Brennstäbe befinden, bleibt man doch lieber etwas zum Abstand.

Nach dem Erfüllen der Challenge, sind wir im kulinarischen Feinschmecker Restaurant "Mc Donalds" eingekehrt, um dort die Toilette benutzen zu können und ein Frühstück zu uns zu nehmen. Gegen 10:00 h machten wir uns auf den Weg gen Süden. Nachdem wir uns kurz hinter Murmansk etwas verfahren haben, mussten wir nach dem Weg fragen. Keiner von uns spricht russisch und so gut wie wir russisch können, sprechen die meisten Russen englisch. Also mit Landkarte und viel Zeichensprache die erste Person angesprochen und siehe da - es ging großartig und wir fanden heraus, dass wir gar nicht falsch sondern nur einen kleinen Umweg gefahren sind. Die Straßen sind endlos und man kommt gut vorwärts. Anhand der kurzen Nacht, war das Fahren doch zunächst anstrengend. Nach etwa 350 km haben wir einen Stopp für Fahrer- und Reifenwechsel gemacht. Von der Hinterachse kam wieder ein leichtes Geräusch und bei höheren Geschwindigkeiten, war der gute Bronco ganz untypisch schwammig auf der Straße. Irgendeine Einstellung an der linken, hinteren Aufhängung ist immer noch nicht korrekt. Der Reifen nutzt sich extrem stark auf der Innenseite ab. Wir waren wieder bis auf das Metall im Reifen mehr als runter und bei weiteren 100 km wäre der Reifen sicher geplatzt. Da wir mittlerweile recht routiniert im Reifenwechseln sind, waren wir damit fertig, bevor Team Rheinland den parallelen Tankvorgang abgeschlossen hat. Nach diesem Boxenstopp wurde noch nach einem geeigneten Lagerplatz gesucht. Früher als wir normalerweise anhalten, allerdings planten wir etwas Zeit für die Suche des optimalen Lagerplatzes, sowie für das Einstellen der Sattelitenschüssel ein, damit wir das aktuelle Deutschlandspiel live ansehen konnten. Außerdem wollten alle Jungs noch einmal ihr Glück beim Angeln versuchen. Am späten Nachmittag angekommen haben wir ein recht schönes Plätzchen gefunden. Leider scheint dieser Ort öfters von Anglern besucht zu werden. Es lag überall jede Menge Müll in den Büschen. Was auch noch sehr störend war, waren die Mücken. Trotz Citronella, Räucherspiralen und Autan kamen die Biester und labten sich an unserem Blut. Dies entmutigte uns jedoch nicht! Wir bauten unser TV-Equipment auf (Stromaggregat, SAT-Schüssel und -Receiver, sowie Fernseher) aber zu unserem Ärgernis haben wir keinen Satelliten finden können. Sicher hat Sputnik unser Signal gestört, oder Putin kam oben ohne auf einem Bären durch den See geritten ;) Also gab es erstmal Essen. Wir dachten es sei ein guter Tag unsere "Einmann-packungen" von der Bundeswehr zu testen. Die Kekse und der Aufstrich waren in Ordnung. Der Rest (Linseneintopf und Hackfleisch Risotto) hat uns nicht so zugesagt. Allerdings haben wir alles verbraucht, um unseren Bronco etwas weniger Gewicht zuzumuten. Wenn es so weitergeht haben wir bald einen 750 iL "Super Legera" :D. Nach dem Abendessen ging es ans Angeln. Leider hatten wir an dem Abend kein Glück mit den Fischen. Also gingen wir mal etwas früher ins Bett. Es war etwa 23:00 h als der Letzte das Licht ausgemacht hat.

 

Tag 10. Sokol - St. Petersburg

 

Nach einer sehr erholsamen Nacht konnten wir bis etwa 8:00 h schlafen, bis der Erste den Rest der Truppe wach machte. Da wir noch fast 800 km an Strecke bis St. Petersburg vor uns hatten, haben wir das Frühstück (bis auf einen Kaffee) ausgelassen und machten uns noch vor 9:00 h auf den Weg. Die Challenge für diesen Tag wäre gewesen einen Sack Kartoffeln zu kaufen und Ihn einem Fremden zu schenken, damit der Fremde einen zum Essen und vor Allem trinken einlädt. Diese Challenge wäre eigentlich für eine ländlichere Gegend gedacht, aber wir sind ja schon weiter gefahren, als eigentlich geplant und überspringen somit quasi eine Etappe, damit wir einen extra Tag in St. Petersburg haben. Wir haben gehört, dass die Stadt sehr sehenswert sei, deswegen haben wir uns kurzer Hand entschlossen dort mehr Zeit zu verbringen.

Die Fahrt nach St. Petersburg war lang, da wir an einer Baustelle ca. 1 h warten mussten und die Russen das Prinzip des Anstellens nicht so ganz drauf zu haben scheinen, weswegen noch viel des Verkehrs blockiert wurde und so zum Erliegen kam. Allerdings gab es noch eine Premiere. Als wir nach St. Petersburg reinfuhren, haben wir das Hotel gefunden, ohne uns zu verfahren. :D Allerdings stießen wir im Hotel auf das nächste Hindernis. Die Reservierung, die von Hannes' Schwester gemacht wurde, konnte die nette Dame am Empfang nicht finden und ihr Englisch war auch nicht so prickelnd, also schickte sie uns vorerst wieder weg. Das ging Sebi zu weit, also regelte er die Dinge und auf einmal ging es also doch.

Nachdem wir die Taschen auf unsere Zimmer brachten, machen wir uns nun auf in die Stadt, um etwas zu essen.

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Tag 11. - Tag 13.

Tag 11. - St. Petersburg

 

Da wir richtig schön Strecke gemacht haben, haben wir Zeit gehabt einen Tag in St. Petersburg zu verbringen. Eine wirklich interessante und große Stadt. Leider hat es sehr viel geregnet, dass wir nicht so viel sehen konnten, wie wir uns vorgenommen haben. Allerdings war auf den Straßen sehr geschäftiges Treiben. Viele der Fußgänger waren Russen, wodurch wir einen guten Einblick in das Verhalten der Einheimischen erhaschen konnten. Wir, die wir alle aus gutem Hause kommen, konnten nicht gut  nachvollziehen, wie rücksichtslos die Menschen dort sind, was anrempeln und Höflichkeit bei Gesprächen, bzw. Fragen oder Geschäften angeht. Nachdem wir ziemlich durchnässt waren, haben wir eine Touristische Bootstour über die Kanäle und die Neva gemacht. So verging der Tag, wie im Flug. Am Abend waren wir in einem Restaurant mit typisch russischer Küche. Unsere Kellnerin verstand ein paar Sätze deutsch und beim Bezahlen frugen wir, woher die Dame denn der eine oder andere Satz konnte, wobei wir erfuhren, dass ihre Schwester aus Köln kommt. Als wir sagten, dass wir aus Bonn und Köln kommen, freute sich die Frau und konnte uns noch den Weg für die Tagesaufgabe erklären. Die Tagesaufgabe bestand darin in eine bestimmte Kneipe in St. Petersburg zu finden und dort dem Barkeeper ein geheimes Passwort zuzuflüstern, dafür erhielt man einen Aufkleber, der in das Roadbook eingeklebt wird. Diese Aufgabe haben wir am Abend mit Bravur bestanden. In der Kneipe hielte sich natürlich ein Großteil der BSC Teilnehmer auf. Am späten Abend und nach zahlreichen Gesprächen mit anderen Teilnehmern, klang der Abend aus.

 

Tag 12. St. Petersburg - Kolga (Estland)

 

Wir verließen St. Petersburg am Morgen. Die Strecke zur Grenze nach Estland war etwa 150 km. Dies wollten wir schnell bewältigen, weil wir hörten, dass sich manchmal lange Staus an den Grenzen bilden und wir wussten schließlich, dass mindestens 50 Autos vom BSC an dem Tag über diese Grenzstelle müssen. Die Fahrt dorthin war recht unkompliziert und recht zügig, doch etwa 500 Meter vor der Grenze bildete sich schon eine Autoschlange. Wie "befürchtet" standen tatsächlich etwa 15 andere Rallye-Teilnehmer zusätzlich zu den "normalen" Grenzgängern. Die Wartezeit betrug etwa 2 Stunden. Sebi hat es auch geschafft sich an der Grenze Freunde zu machen. Als er ein Foto von der Rallye-Meute machte, kam danach ein Grenzbeamter zu ihm und meinte (mit stark russischem Akzent, aber auf Deutsch) "Hast du Foto gemacht?" Sebi bejahte dies und frug, ob er es löschen sollte. Darauf erwiderte der Grenzbeamte lediglich "DA!". Derselbe Grenzbeamte war dann auch für unsere Kontrolle zuständig und wir befürchteten schon das Schlimmste. Zum Glück ging aber alles glatt und in null Komma nichts waren wir aus Russland ausgereist. Die Wiedereinreise in die EU war sehr unproblematisch. Der Grenzbeamte war sehr sehr freundlich und hat sogar ein wenig Späße gemacht und ein wenig mit uns gelacht. 

Der Rest der Fahrt verging auch wie im Flug und im Nu waren wir in Kolga bei dem nächsten Treffen der meisten Teams. Dort trafen wir auch unsere Freunde von Team Eddy wieder und wir schlugen unsere 'Mondbasis' direkt neben ihnen auf. Mit Sebis morgendlicher Pfannkuchen-Session hat sich der Strickclub in die Herzen von Team Eddy gebacken. :D

Am Abend gab es eine große Feier mit einer traditionellen Estländischen Tanzvorführung. Auch "unsere" Damen von Team Rheinland und Team Eddy wurden von den Tänzern aufgefordert und mussten interaktiv beim Tanz mitmachen. Nach dem Tanz, gab es ein großes Buffet mit Estländischer Küche, was wirklich lecker und sättigend war. Außerdem gab es die ersten paar Runden Freibier, also wurde es ebenfalls ein feuchtfröhlicher Abend, wo wir erneut viele neue Kontakte zu anderen Teams geknüpft haben.

 

Tag 13. Kolga - Liepäja (Lettland)

 

Der Tag ging schleppend los, da es dann vielleicht doch ein oder zwei Bier zu viel waren... Dennoch kamen unsere drei Teams (Strickclub, Rheinland und Eddy) zeitig los, da wir auch an diesem Tag einiges an Strecke machen wollten. Wie bereits erwähnt haben unsere beiden neuen, ebenfalls sehr geschätzten Mitglieder von Team Eddy, Laura und Korbi, leider kein Visum für Russland, weswegen die beiden nicht mit uns durch Kaliningrad fahren können. Dadurch entsteht ihnen ein Umweg von etwa 200 - 300 km. Aus diesem Grund haben wir die Besichtigung  von Tallinn gestrichen und auch Riga haben wir nur durchfahren. Zum Glück bei strahlendem Sonnenschein. Dieses Großartige Wetter hat uns an diesem Tag auch noch eins der schönsten Erlebnisse beschert. Auf dem Weg zwischen Tallinn und Riga haben wir kurz hinter der Grenze (die wir dank EU Abkommen einfach durchfahren konnten, es waren nicht mal Grenzbeamte zugegen) diverse Köstlichkeiten für einen Mittags-Snack eingekauft. Diese haben wir am Strand der Ostsee zu uns genommen. Nach dem Essen packte uns die Lust ins Wasser zu gehen, um eine Abkühlung zu bekommen, wo die ganze Bande mitmachte. Das Wasser war traumhaft erfrischend, aber nicht zu kalt. Man konnte ohne weiteres längere Zeit im Wasser bleiben, ohne zu frieren. Bei der Weiterfahrt, kamen wir durch Riga, was auch eine sehr schöne Stadt zu sein scheint. Bestimmt wird es den ein oder anderen aus unserer Truppe noch einmal dorthin verschlagen. Von dort führte uns unsere Route geradewegs nach Liepäja, wo wir unser Camp aufschlugen. Der Campingplatz war groß und wir hatten viel Platz, wodurch wir unser Lager extrem professionell aufbauen konnten. Beim Grillen und ein paar leckeren Bierchen, ließen wir den Abend ausklingen und planten noch unsere Weiterfahrt. Der Strickclub und Team Rheinland werden, über die Bucht durch Kaliningrad fahren. Team Eddy muss leider außen rum. Wir werden uns in der Nähe von Danzig wieder treffen und dort unser Lager für die vorletzte Nacht aufschlagen.

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Tag 14. - Tag 16.

Tag 14. Liepäja (Lettland) - Kaliningrad (Russland) - Stegna (Polen)

 

Der Tag begann bei strahlendem Sonnenschein und die ganze Truppe war guter Dinge. Es wurde noch einmal geduscht und gefrühstückt, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Der Plan war, dass Team Eddy sich von Team Rheinland und dem Strickclub noch in Litauen trennte, da die beiden um Kaliningrad Drumherum fahren mussten und wir uns in der Nähe von Danzig wieder treffen. So taten wir es. Der übrig gebliebene Konvoi setzte mit der Fähre auf die Halbinsel über, die zur Hälfte noch zu Litauen gehörte. Diese Strecke war traumhaft. Sicher ist es dort nicht gerade preiswert, aber es ist eine wirklich schöne Gegend zum Urlaub machen. An der Grenze angekommen trafen wir noch auf weitere BSC Teilnehmer. Obwohl die Grenze nicht sehr voll war, dauerte die Einreise wieder exakt 2 Stunden. Wir mussten erneut das ganze Theater mit dem Verzollen des Autos über uns ergehen lassen. Auch mussten wir noch einmal unsere ganzen Sachen ausräumen, damit der Zöllner das Auto kontrollieren konnte. Man konnte auch kein klares Muster für das ganze Prozedere erkennen. Man könnte das ganze viel effizienter gestalten, wenn man ein Schild aufstellen würde,  auf dem in Englisch Steht: "Bitte bleiben Sie am Auto, bis Sie ran gewunken werden." So ging jeder zu allen möglichen Beamten und die haben einen dann entweder gerade bedient, zu einem anderen geschickt, oder wieder zum Auto geschickt. Der Restliche Weg bis aufs Festland ging weiter durch wunderschöne Wälder, wo es eigentlich von Wildschweinen und Elchen nur so wimmeln sollte. Wir haben kein einziges Tier gesehen. Auf dem Festland angekommen ging der übliche russische Fahrstil zusammen mit dem "Großstadtwahnsinn" wieder los. Man wird auf einspurigen Straßen links und rechts überholt, wenn man nur einen Millimeter zu viel Abstand zum Vordermann lässt (also einen Millimeter). Da wir so viel Zeit bei der Einreise verloren hatten und uns überlegten, dass wir für die Ausreise auch noch mal so viel Zeit einplanen sollten, haben wir uns entschlossen keinen Halt in Kaliningrad zu machen und nur durchzufahren. Vielleicht haben wir nicht gerade die beste Route gewählt, aber wirklich sehenswert fanden wir nichts. Bis auf einen spektakulären Unfall, der so wahrscheinlich nur in Russland möglich ist, haben wir es nicht für notwendig erachtet ein einziges Foto zu schießen. Die restliche Strecke aus der Stadt bis an die Grenze ging reibungslos und zügig. Für etwa 50 Cent/Liter haben wir noch mal vollgetankt und sind dann wieder aus der Enklave raus. Das Ausreisen ging zügig und die Einreise nach Polen war auch viel strukturierter und zügiger. Das ganze Prozedere war in knapp einer Stunde erledigt. Auch die Beamten machten einen etwas professionelleren und auf jeden Fall freundlicheren Eindruck. So konnte man das ein oder andere Späßchen machen, was einen an der Russischen Grenze höchstwahrscheinlich in einen Gulag gebracht hätte. Weiter ging es Richtung Danzig, nach Stegna einen Campingplatz suchen. Auf der Suche in der Nähe von Stegna stieß auch Team Eddy wieder zu uns. Es war schon nach 21:00h, wodurch die meisten Rezeptionen bei den Campingplätzen schon geschlossen hatten. Aber zum Glück war an dem zweiten Campingplatz, den wir ansteuerten, die Rezeption bis 23:00 h geöffnet, wodurch wir noch die letzten drei Plätze bekommen haben. Der Platzwart war wirklich sehr freundlich. Hat alles auf relativ gutem Englisch erklärt und uns denn noch mit dem Fahrrad zu unseren Plätzen geführt. Obwohl er keinerlei Ausweise von uns an sich genommen oder kopiert hatte, hat er gesagt: "Tomorrow you can pay". So wünschte er uns noch einen schönen Abend und verschwand wieder auf seinem Fahrrad. Die letzten drei Plätze lagen genau zwischen Kiefern, die eng aneinander standen und so eine Art Einfahrt bildeten. Dazwischen bauten die drei Teams wieder einmal ihr Lager auf. In diesen Breitengraden wurde es wieder langsam dunkel, wodurch das erste Mal wirklich sinnvoll mal die Zusatzbeleuchtung von Bronco zum Einsatz kam. Vor dem Wagen war es Taghell. Es stand auch eine kleine Sitzgruppe mit Überdachung aus Holz direkt neben den Autos. Diese wurde direkt komplett von uns eingenommen, dass wir unsere Stühle und Tische nicht komplett aufbauen mussten. Zum Abendessen reichte Laura eine Käse suppe, die ihre Mutter schon vorgekocht hatte (an dieser Stelle ein großes Kompliment an Lauras Mutter!). Zur Hauptspeise gab es polnische Bratwürstchen, die wir noch kurz nach unserer "Wiedervereinigung" ein Dorf vorher gekauft hatten. Auch diese war ausgesprochen lecker. Bei ein paar Bier und Geschichten, ließen wir auch diesen Abend ausklingen.

 

Tag 15. Stegna - Danzig - Dzwinów

 

Der Morgen startete Früh. Bereits um 7:30 h waren alle auf den Beinen. Auch hier wurden die sanitären Anlagen noch einmal ausgiebig genutzt. Frisch geduscht in den Tag geht einfach besser. Zum Frühstück gab es dieses Mal keine Pfannkuchen von Sebi. Hannes bereitete für alle Rührei mit Bacon UND SPECK! ;) Der Plan an diesem Tag sah vor früh zu starten und mal endlich etwas Zeit für Danzig zu nehmen. Außerdem wollten wir zeitig am Campingplatz sein, um das Deutschlandspiel zu sehen. Nach am Morgen kamen wir in Danzig an und wir stimmten alle überein, dass es eine wirklich wunderschöne Stadt ist. Durch allerbesten Sonnenschein und richtig Wärme, spielte das Wetter sicher auch sehr positiv mit in unser Urteil ein. Der Stadtkern besteht aus überwiegend alten Häusern und der Hafen kommt mit einem Mix aus alten und modernen Gebäuden daher. An dem Tag war noch eine Art "Segelwoche", wobei viele ältere und große (20-30 Meter) Segelschiffe aus ganz Europa im Hafen lagen. Vom Pier aus konnte man sie sich gut angucken.

Etwas ungünstig ist, dass man in Polen noch nicht mit Euro zahlen kann. Der kleinste Betrag beim Geldautomaten war 1000 Zloty, was umgerechnet etwa 250 Euro sind. Etwas viel, wenn man sich an einem Kiosk nur eine Cola kaufen möchte, aber was bleib uns übrig. Sebi hat also "für alle" Geld gezogen und wir haben es richtig krachen lassen. Dann hat Sebi zu der Cola AUCH NOCH EIN EIS!!! ausgegeben ;) Leider lagen wir mit 6 Eis, 5 Colas und einem Wasser immer noch knapp unter 10 Euro.

Nach einer guten Stunde haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Es ging Richtung Norden und bald kamen wir in den Stau. Dort verloren wir sicher eine Stunde unserer guten Zeit in der Sonne und das alles nur, weil die Verkehrsführung so dumm ist an einer Stelle. Wegen dem Wochenende und dem super Wetter wollten sicher alle zum Strand und bei so vielen Autos musste es sich stauen. An dieser Stelle sei auch kurz eingeworfen, dass "die Polen" auch nicht gerade die geduldigsten Autofahrer sind. Als kleines Beispiel, fährt man in einer Baustelle schon etwa 20 km/h zu schnell, wird man von einem mit Anhänger noch bedrängt und angeblinkt. Auch die Überholmanöver sind hier sehr kritisch teilweise.

Zum Glück war der Stau bald vorbei, weil wie gesagt an einer Kreuzung alle in eine Richtung wollten, wo anscheinend nicht mehr genug Platz war alle Autos unterzubringen.

Mit noch etwa 200 km und 3,5 Stunden Fahrt vor uns, kauften wir noch einmal für den Abend ein und begaben uns dann ohne weiteren Stopp auf den Weg zu unserem Ziel. Leider fing es auf dem Weg sehr stark an zu regnen und zu gewittern. Das Profil unserer Reifen ist wieder einmal nicht das Beste, so passierte es öfters, dass der Wagen etwas aufgeschwommen ist. Obwohl die Straßen hier in überwiegend gutem Zustand sind, läuft das Wasser nicht besonders gut ab und es bilden sich große Pfützen.

 

Tag 16. Dzwinów - Hamburg

 

Nun ist er gekommen. Der letzte Tag der Rallye. Da der restlich Weg etwa 450 km betrug und der Großteil davon deutsche Autobahnen sind (am letzten Tag ist die Benutzung von Autobahnen erlaubt), haben wir uns mit frühstücken und Zelt abbauen etwas Zeit gelassen, dass wir gegen 10:00 h Richtung Hamburg gestartet sind. Das Wetter war wieder einmal traumhaft mit schönstem Sonnenschein. Die Strecke vom Campingplatz zur Fähre über die Oder nach Ahlbeck war teilweise durch sehr touristische Orte aber auch durch schöne Wälder und Felder. An der Fähre angekommen trafen wir wieder mehrere andere Rallye Teilnehmer. Von der Fähre bis zur A20 hat es etwa 1 1/2 h gedauert. Von dort ging es dann "high-speed" nach Hamburg, allerdings mussten wir noch eine Pinkelpause einlegen. Dafür haben wir bei einem Mc Donalds angehalten, der brechend voll war. Der Spruch: "Kaum ist Sonntag, geht der Ossi halt schön bei Mc Donalds essen" brachte es auf Platz ein der täglichen "Spruch-Charts". Bei der Gelegenheit haben wir auch noch einmal den Reifenverschleiß überprüft und festgestellt, dass sich die Innenseite des rechten Hinterreifens auch wieder bis auf die Kevlar Verstärkung abgefahren hat. Wir beschlossen allerdings es bis Hamburg zu versuchen, da wir den letzten noch übrigen Reifen gerne für die Rückfahrt nach Bonn aufheben wollten. Kurz nachdem wir wieder auf die Autobahn fuhren, passierte es... Es fing wieder an zu regnen :( Allerdings brachte der Regen auch Kühlung für den Reifen. Die restliche Fahrt nach Hamburg verlief reibungslos und wir konnten sogar über Stefans "Sky-Go" Account das Formel 1 Rennen sehen.

Nach fast 9.000 Kilometern, den schönsten Straßen, dem Stressigsten Verkehr, riesigen Herausforderungen, Spaß, neuen Freundschaften, tollen Erlebnissen, etwas Frust und einfach nur einem riesigen Abenteuer sind wir wieder in Hamburg angekommen. Der Zieleinlauf war überwältigend. Kurz vorher hat es noch in Strömen geregnet, doch 5 Minuten bevor wir auf das Gelände fuhren kam die Sonne raus. Am Ziel warteten Freunde und Verwandte, die uns mit sehr viel Liebe in Empfang nahmen. Die Stimmung war unbeschreiblich. Das pure glücklich sein, Aufregung, aber auch ein wenig Wehmut. Alles, wofür man so lange geplant, geschraubt, organisiert, gekämpft und gearbeitet hat, war mit einem Mal vorbei. Das Glücksgefühl überwog jedoch deutlich.

 

 

SCHLUSSWORT

 

zum Auto:

Bis auf den Reifenverschleiß und den Lagerschaden (was beides der hohen Zuladung zuzuschreiben war), sind wir alle der Meinung, dass unsere Wahl für das Auto die Beste war, die man nur machen kann. An erster Stelle kommt der Komfort. Das Luftfahrwerk hat auf den unangenehmsten Straßen das Gröbste geschluckt. Auch der lange Radstand, die Sonnen-Jalousien und die Doppelverglasung haben enorm dazu beigetragen. Auch nicht außer Acht zu lassen ist die Klimaanlage. 

Ebenfalls ist die Motorleistung sehr herausragend. Auf engen Straßen mit vielen Kurven kann man langsamere Fahrzeuge "mal eben" überholen. Auch die Serpentinen zum Nordkap hoch, hat unser Bronco spielend angezogen. Nicht vorzustellen, was irgendwelche Multivans, oder Sprinter mit 60 PS da rumgeeiert sind. Trotz der enormen Motorleistung, konnten wir ihn recht sparsam fahren. Im Schnitt waren wir mit 12-14 Litern unterwegs.

An dritter Stelle kommt der Platz in dem Auto. Das alle drei Jungs während der Fahrt die Beine lang machen konnten, war auch unbezahlbar.

Das ganze Team wird den Wagen vermissen, wenn er eines Tages nicht mehr in unserem Besitz sein wird.  

 

zum Spendenstand:

Wir haben tatsächlich das Ziel erreicht, doppelt so viel an Spendengeldern zu sammeln, wie für die Rallye gefordert. Dies macht uns ebenfalls enorm stolz. Durch unsere Motivation sind bis zu diesem Zeitpunkt im Endeffekt 1661,66 Euro alleine von uns für gute Zwecke zusammengekommen. Am Anfang der Rallye haben die Veranstalter bereits von insgesamt über 352.000 Euro für gute Zwecke gesprochen. Also auch von der Seite her ein voller Erfolg. Danke an alle Spender! Damit habt ihr möglicherweise Leben gerettet.

 

zur Reise:

Abschließend ist es wirklich schwierig diese unglaubliche Reise in ein paar kurzen Sätzen zu beschreiben, allerdings würde ich an dieser Stelle gerne Travis Rice aus dem Film "The Art of Flight" zitieren. Dies trifft den Nagel sowas von auf den Kopf. Es lautet: "When it comes to it, it's pretty simple. Adventure is what you make it. And whether it's the travel, the discovery or just the feeling of letting go, you'll never find out unless you get out there and do it. - Enjoy the ride!!!" was übersetzt so viel bedeutet, wie: "Letzten Endes ist es recht einfach. Abenteuer ist, was du daraus machst. Und egal ob es das Reisen ist, die Entdeckung oder einfach nur das Gefühl los zu lassen, du wirst es niemals herausfinden, wenn du nicht daraus gehst und es machst. - Genieß die Fahrt!!"

Und wenn wir das noch ein wenig kommentieren und ausweiten, können wir tatsächlich nur sagen:

Wenn euch etwas begeistert, macht es einfach! Alles ist möglich!! In euch steckt mehr, als ihr denkt!

 

Danke für das Lesen unseres Blogs. Es sind sicher viele Rechtschreibfehler vorhanden und manchmal machen die Sätze auch keinen Sinn. Das liegt daran, dass wir zu beschäftigt waren mit dem Abenteuer und uns während der Fahrt nicht so 100% aufs Schreiben konzentriert haben und abends zu müde waren... ;)

 

Euer Strickclub Rallye Team

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